Bildungsbericht Ruhr 2024
Allgemeinbildende Schulen
3.1. Schüler*innen und ihre Bildungslaufbahnen
In diesem Kapitel wird zuerst die Schüler*innenzahlenentwicklung und damit die Bildungsnachfrageseite für die verschiedenen Schulstufen beschrieben, bevor Bildungsverläufe innerhalb der Sekundarstufe I sowie die typischen Übergänge in die Sekundarstufe II beschrieben werden.
Anstieg der Anzahl der Grundschüler*innen zwischen 2018 und 2022 um fast 10 %
Stieg die Anzahl der Grundschüler*innen bereits zwischen den Eckjahren des vorherigen Bildungsberichts (Betrachtungszeitraum 2013 bis 2018) an (+4,8 %), so hat sich diese Dynamik zwischen 2018 und 2022 noch einmal beschleunigt (+9,6 %). In beiden Betrachtungszeiträumen fällt der Anstieg im Ruhrgebiet höher aus als in den Vergleichsregionen innerhalb von NRW. Die Zunahme an Grundschüler*innen zeigt sich kommunal und kreisbezogen sehr unterschiedlich (Abbildung 3.1). Dabei verfügen im aktuellen Entwicklungszeitraum nicht die Kreise über den niedrigsten Zuwachs an Grundschüler*innen, sondern einige kreisfreie Städte (Mülheim an der Ruhr +6,3 %, Hamm +7,1 %), während auf der anderen Seite die Schülerschaft in Oberhausen (+11,4 %) sowie im Kreis Recklinghausen (+11,2 %) stärker gewachsen ist als im Durchschnitt der Metropole Ruhr.
Deutliche Zunahme nicht deutscher Schüler*innen unter den Grundschüler*innen
Die mit diesem Anstieg einhergehende Veränderung der Schülerschaft der Grundschulen im Ruhrgebiet lässt sich exemplarisch anhand der Schüler*innen darstellen, die in der Metropole Ruhr nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügen. Der Anteil dieser Gruppe an der Schülerschaft ist in den Eckjahren zwischen 2018 und 2022 von 18,2 % auf 21,9 % gestiegen und liegt weiterhin oberhalb des Anteils dieser Schüler*innengruppe im Rheinland (16,7 %) bzw. in Westfalen (14,6 %) (Abbildung 3.2). Während diese Gruppe in den Großstädten bis zu einem Drittel der Schülerschaft ausmacht, bewegt sich ihr Anteil in den Kreisen und damit den Randlagen des Ruhrgebiets unterhalb von 20 %. Die Integrationsaufgaben der Grundschulen in der Metropole Ruhr sind damit noch einmal deutlich gestiegen.
Differente Schüler*innenzahlenentwicklung in der Sekundarstufe I innerhalb des Ruhrgebiets
Der Anstieg der Schüler*innenzahlen im Bereich der Grundschule zeigt sich nur sehr moderat in der Sekundarstufe I (+1,4 %), wenn man den Durchschnittswert innerhalb der Metropole Ruhr betrachtet (Abbildung 3.3). Während die Kreise sowie die Stadt Hamm einen geringfügigen Rückgang der Schüler*innenzahlen zu verzeichnen haben, ist in den Städten Gelsenkirchen (+6,5 %), Oberhausen (+4,7 %), Dortmund (+3,9 %) sowie Mülheim an der Ruhr (+3,5 %) ein überproportionaler Anstieg zu verzeichnen.
Der gestiegene Anteil nicht deutscher Schüler*innen konzentriert sich vor allem in den Hauptschulen
In allen Schulformen der Sekundarstufe I ist der Anteil der Schüler* innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit zwischen 2018 und 2022 deutlich gewachsen (Durchschnitt über alle Schulformen 2022: 20,1 %), traditionell kommt diese Schüler*innengruppe vor allem in den Großstädten des mittleren Ruhrgebiets zum Tragen (Tabelle 3.1). Im Durchschnitt der Metropole Ruhr besitzt 2022 die Hälfte der Hauptschüler*innen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Kommunal macht diese Schüler*innengruppe an Duisburger, Gelsenkirchener und Hagener Hauptschulen mit mehr als 60 % die große Mehrheit aus. Insgesamt betrachtet sind es insbesondere die wenigen verbliebenen Hauptschulen sowie die Gesamtschulen und Sekundarschulen, welche die Hauptintegrationsleistung von Kindern ohne deutsche Staatsangehörigkeit erbringen. Gymnasien hingegen sind von dieser Integrationsleistung im Vergleich zu allen anderen Schulformen weitgehend entlastet.