Bildungsbericht Ruhr 2024
Berufliche Bildung
Bildungsergebnisse – Abschlüsse in der Ausbildungsvorbereitung nehmen um ca. 20 % ab
Die Ausbildungsvorbereitung ermöglicht durch die Integration von Praktika oder Maßnahmen der Arbeitsverwaltung und freier Träger vor allem Schüler*innen ohne Schulabschluss und neu zugewanderten Jugendlichen eine schulische und berufliche Qualifizierung und bessere Chancen auf berufliche Integration. Zwar liegen keine Daten zum Übergang in eine duale Ausbildung oder weitere Schullaufbahn vor, dennoch wird angenommen, dass Absolvent*innen mit Schulabschluss und ersten beruflichen Kenntnissen ihre Perspektive auf weitere (Aus-)Bildungswege deutlich verbessern. Bei den Abschlüssen zeigt sich eine beunruhigende Entwicklung (Abbildung 4.23). Während zwischen 2016 und 2018 eine Zunahme von ca. 37 % bei Ersten Schulabschlüssen zu verzeichnen war, zeigt sich bei einem Vergleich von 2018 und 2022 ein Rückgang von 22,5 %.
Bildungsinfrastruktur – Berufsfachschule bietet Qualifizierungsmöglichkeiten in unterschiedlichen beruflichen Fachbereichen
Wie Abbildung 4.24 verdeutlicht, sind die Bildungsgänge der Berufsfachschule (Anlage B/C) in der Metropolregion Ruhr insbesondere in den Fachrichtungen Gesundheit/Erziehung/Soziales, Technik/Naturwissenschaften und Wirtschaft und Verwaltung vertreten.
Bildungsbeteiligung – unterschiedliche Entwicklungen in den Bildungsgängen der Berufsfachschule
Die Schüler*innenzahlen in Berufsfachschulen der Anlage C gehen zurück, insbesondere bei Bildungsgängen, die einen Berufsabschluss in Assistenzberufen und die Fachhochschulreife kombinieren. Dagegen wird das Nachholen eines Ersten oder Mittleren Schulabschlusses in Berufsfachschulen der Anlage B für Schüler*innen mit niedrigeren Schulabschlüssen zunehmend wichtiger (Abbildung 4.25).
Schüler*innenzahlen steigen in der Kinderpflegeausbildung im Vergleich zu anderen Assistenzberufen
Bei der Berufsfachschule Anlage B zeigt sich bei den Kinderpfleger* innen ein sprunghafter Anstieg der Schüler*innenzahlen im Jahr 2022 (Abbildung 4.26). Eine genauere Betrachtung zu dieser Entwicklung erfolgt in Kapitel 4.3. Bei allen anderen Assistenzberufen im Bereich der Sozial- und Erziehungsberufe gehen die Zahlen zurück. Es ergibt sich zahlenmäßig ein abnehmender Trend bei höher qualifizierenden Bildungsgängen, die schulische Berufsausbildungen im Bereich der Assistenzberufe integrieren und einen Berufsabschluss nach Landesrecht ermöglichen. Bei den Assistenzberufen mit höherem Qualifikationsniveau gibt es Bereiche, in denen die Zahlen langsam zurückgehen. Vor allem die Schüler*innenzahlen bei kaufmännischen und informationstechnischen Assistent*innen haben deutlich abgenommen (Abbildung 4.26).
Bildungsergebnisse – knapp 40 % verlassen die Berufsfachschule ohne Abschluss
Die Bildungsergebnisse aus der Berufsfachschule zeigen ein zweigeteiltes Bild: Zum einen gibt es Absolvent*innen mit erreichter Höherqualifizierung und damit auch besseren Chancen für einen Übergang in eine duale Ausbildung oder ein Studium. Zum anderen verlassen knapp 40 % die Berufsfachschule der Anlage B ohne Schul- und/oder Berufsabschluss. Nur die Hälfte der Absolvent*innen haben ihre „zweite“ Chance auf Höherqualifizierung genutzt und erreichen den Erweiterten Ersten und Mittleren Schulabschluss sowie berufliche Kenntnisse. Einen Berufs- und Mittleren Schulabschluss erzielen nur ca. 7 %. In der Berufsfachschule der Anlage C ergibt sich ein ähnliches Bild. Der Anteil derjenigen, die ohne Abschluss gehen, beträgt sogar etwas mehr als 40 %. Nur 45 % erweitern ihre beruflichen Kenntnisse und erwerben die Fachhochschulreife. Der Anteil derjenigen mit Berufs- und Fachhochschulabschluss ist auch hier gering.
Der Verbleib der Absolvent*innen ist unklar, weil keine Übergangsdaten vorliegen, aber vor allem diejenigen ohne Abschluss haben kaum eine Chance auf berufliche Integration in gesicherte Ausbildungsverhältnisse und schon gar keine Möglichkeiten mehr, in höhere Bildungswege einzutreten. Diejenigen mit erfolgreichem Abschluss haben ihre Optionen für ein Studium oder einen erfolgreicheren Übergang in Berufsausbildung verbessert.