Bildungsbericht Ruhr 2024

Berufliche Bildung

Dr. Sirikit Krone
Dr. Monique Ratermann-Busse

4.4. Zusammenfassung und Ausblick

Die Chance auf einen dualen Ausbildungsplatz hat sich für die jungen Menschen in der Metropole Ruhr in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. So liegt die Versorgungsquote dualer Ausbildungsangebotenbei 93,8 %, was sicher auch in einem deutlichen Rückgang der Bewerber*innenzahlen begründet ist. Trotz der guten Ausgangslage zeigt sich nach wie vor ein deutliches Matchingproblem. Auf der einen Seite steigt die Zahl der unversorgten Bewerber*innen stetig an, auf der anderen haben die Betriebe zunehmend Probleme, geeignete Kandidat*innen zur Besetzung der von ihnen ausgeschriebenen Stellen zu finden. Diese Situation lässt darauf schließen, dass für viele Absolvent*innen, Abgänger*innen und Abbrecher*innenIm allgemeinbildenden Schulwesen werden Personen, die die Schule mindestens mit einem Ersten Schulabschluss verlassen, als Absolvent*innen bezeichnet; Abgänger*innen sind Personen, die die allgemeinbildende Schule nach Vollendung der Vollzeitschulpflicht ohne zumindest den Ersten Schulabschluss verlassen. Dies schließt auch Jugendliche ein, die einen spezifischen Abschluss der Förderschule erreicht haben. Im Bereich der beruflichen Ausbildung gelten Personen, die einen Bildungsgang mit Erfolg durchlaufen, als Absolvent*innen. Wird ein Bildungsgang vorzeitig bzw. eine vollqualifizierende Ausbildung ohne Berufsabschluss verlassen, handelt es sich um Abbrecher*innen. Diese können gleichwohl die Möglichkeit genutzt haben, einen allgemeinbildenden Schulabschluss nachzuholen. Im Hochschulbereich bezeichnet man Personen, die ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben, als Absolvent*innen. Studienabbrecher*innen sind Studierende, die das Hochschulsystem ohne Abschluss verlassen. Personen, die einen Studienabschluss nach dem Wechsel des Studienfachs und/oder der Hochschule erwerben, gelten nicht als Abbrecher*innen.Schulabgänger*innen Nachqualifizierungen notwendig sind und Unternehmen verstärkt Strategien entwickeln müssen, die Ausbildungsbedingungen attraktiver zu gestalten. Teil der Lösung könnte zudem eine verstärkte berufliche Orientierung bereits während der Schulzeit sein, darauf weisen auch die gestiegenen Abbruchquoten hin: Etwa jeder dritte Ausbildungsvertrag im Ruhrgebiet wird vorzeitig aufgelöst, wobei gerade in einer frühen Ausbildungsphase die Vertragslösungen deutlich gestiegen sind. Die Quote von 43,7 % im Handwerk als Branche mit einem ohnehin spürbaren Fachkräftemangel zeigt deutlichen Handlungsbedarf bei der umfassenden und frühzeitigen Berufsorientierung.

Berufskollegs/BerufsschulenDie Berufskollegs umfassen ein großes Spektrum verschiedener Bildungsgänge mit unterschiedlicher Zielsetzung und unterschiedlichen Abschlüssen (Fachschule; Fachoberschule; Berufsschule; Berufsfachschule; Berufliches Gymnasium). Im Einzelnen sind das solche, die der Ausbildungsvorbereitung dienen (BK-Anlage A), sowie solche, die eine Kombination aus beruflicher und schulischer Qualifikation beinhalten und mit zwei Abschlüssen (einem beruflichen und einem schulischen) beendet werden (BK-Anlage B3; BK-Anlage C1).Berufskollegs bieten ein breites Spektrum an Qualifizierungsmöglichkeiten für Jugendliche mit verschiedenen Bildungshintergründen. Insbesondere Schüler*innen, die nach der allgemeinbildenden Schule keinen erfolgreichen Übergang in die Arbeitswelt geschafft haben, erhalten eine zweite Chance zur Höherqualifizierung. Vorrangig der Teilbereich Ausbildungsvorbereitung mit den internationalen Förderklassen übernimmt eine zentrale Integrationsfunktion bei der Unterstützung geflüchteter junger Erwachsener und Schüler*innen aus Förderschulen. Die Ausbildungsvorbereitung verzeichnet 2022 einen starken Zuwachs. Alarmierend ist der abnehmende Anteil derjenigen, die einen Ersten Schulabschluss erreichen. Er ist von 2018 bis 2022 um 20 % zurückgegangen. Die Berufsfachschule bietet schulische und berufliche Qualifizierungsoptionen auf unterschiedlichen Niveaus in diversen Fachbereichen. Viele Schüler*innen streben in diesem Teilbereich eher den Erwerb eines höheren Schulabschlusses als einen Berufsabschluss nach Landesrecht an. Während die Schüler*innenzahlen in den Berufsfachschulen in Kombination mit Assistenzberufen eher rückläufig sind, verzeichnet in diesem Teilbereich nur die Kinderpfleger*innenausbildung einen signifikanten Zuwachs von 35,4 % im Zeitraum 2013 bis 2022. Gleichzeitig brechen im Jahr 2022 42 % die Ausbildung ohne Abschluss ab. Bei den Bildungsergebnissen der Berufsfachschule zeigt sich überwiegend ein zweigeteiltes Bild: Einerseits gibt es Absolvent*innen, Abgänger*innen und Abbrecher*innenIm allgemeinbildenden Schulwesen werden Personen, die die Schule mindestens mit einem Ersten Schulabschluss verlassen, als Absolvent*innen bezeichnet; Abgänger*innen sind Personen, die die allgemeinbildende Schule nach Vollendung der Vollzeitschulpflicht ohne zumindest den Ersten Schulabschluss verlassen. Dies schließt auch Jugendliche ein, die einen spezifischen Abschluss der Förderschule erreicht haben. Im Bereich der beruflichen Ausbildung gelten Personen, die einen Bildungsgang mit Erfolg durchlaufen, als Absolvent*innen. Wird ein Bildungsgang vorzeitig bzw. eine vollqualifizierende Ausbildung ohne Berufsabschluss verlassen, handelt es sich um Abbrecher*innen. Diese können gleichwohl die Möglichkeit genutzt haben, einen allgemeinbildenden Schulabschluss nachzuholen. Im Hochschulbereich bezeichnet man Personen, die ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben, als Absolvent*innen. Studienabbrecher*innen sind Studierende, die das Hochschulsystem ohne Abschluss verlassen. Personen, die einen Studienabschluss nach dem Wechsel des Studienfachs und/oder der Hochschule erwerben, gelten nicht als Abbrecher*innen.Absolvent*innen, die eine Höherqualifizierung erreichen und damit bessere Chancen auf einen Übergang in eine duale Ausbildung oder ein Studium haben. Andererseits verlassen knapp 40 % (Anlage B) bzw. 45 % (Anlage C) die Schule ohne Abschluss. Nur etwa die Hälfte der Absolvent*innen hat ihre zweite Chance auf Höherqualifizierung genutzt. Bei der Schüler*innenzahl in der Erzieher*innenausbildung ist seit 2013 ein erfreulicher Zuwachs von 13,7 % zu verzeichnen, wobei PiA an Bedeutung gewinnt. Allerdings zeigen sich bei PiA besorgniserregende Entwicklungen. Im Jahr 2022 verließen deutlich mehr Schüler*innen PiA ohne Abschluss im Vergleich zu den klassischen Ausbildungswegen. Die Bildungsergebnisse sowohl bei den Kinderpfleger*innen als auch bei den Erzieher*innen legen nahe, die Erfahrungen mit dem Ausbildungsformat PiA zu evaluieren, um zentrale Gelingensbedingungen und bestehende Herausforderungen bei der Umsetzung zu erfassen.

Perspektivisch werden sich die Beratungsbedarfe mit Blick auf die Entwicklungen und den hohen Anteil von Schüler*innen im Übergangsprozess, die ohne Abschluss Bildungsgänge am Berufskolleg verlassen, in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Die Heterogenität erfordert in diesem Zusammenhang multiprofessionell angelegte Beratungskontexte und ein bedarfsorientiertes Übergangsmanagement.

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