Bildungsbericht Ruhr 2024
Frühe Bildung
2. Frühe Bildung
Frühe Bildung ist für die Gesellschaft insgesamt ebenso wie für die individuelle Bildungsbiografie von zentraler Bedeutung. Im aktuellen Bericht der
bundesweiten „Arbeitsgruppe Frühe Bildung“ heißt es einleitend: „Kindertagesbetreuung trägt maßgeblich dazu bei, dass der Wohlstand in Deutschland langfristig gesteigert und der gesellschaftliche Zusammenhalt nachhaltig gestärkt werden kann. Kindertagesbetreuung ermöglicht Eltern die Erwerbstätigkeit und leistet einen wichtigen Beitrag, dass dringend benötigte Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.“ (BMFSFJ, 2024, S. 3) Ein Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz zur Stärkung der Basiskompetenzen von Grundschulkindern beginnt mit einem Kapitel zur frühen Bildung, in dem konstatiert wird, dass „grundlegende sprachliche, mathematische und sozialemotionale Kompetenzen in der frühen Kindheit effektiv gefördert werden können“, womit der „Grundstein für eine erfolgreiche schulische Karriere und gesellschaftliche Integration“ (SWK, 2022, S. 19) gelegt werde.
Insgesamt hat sich der Ausbau der frühkindlichen Bildung seit 2019 bundesweit fortgesetzt (Abbildung 2.1), allerdings ist die Anzahl der betreuten Kinder – in Kindertageseinrichtungen (Kitas) und in der Kindertagespflege – weit weniger deutlich angestiegen als in der Zeit kurz nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Kindertagesförderung für unter Dreijährige im Jahr 2013. Auch die Unterschiede in der Entwicklungsdynamik haben sich reduziert; der Anstieg der Zahlen in der Metropole Ruhr unterscheidet sich kaum noch von der Entwicklung in anderen Metropolregionen, wobei ein Blick auf die Entwicklung in der Metropole Ruhr im Folgenden zeigen wird, dass die einzelnen Kommunen weiterhin unterschiedliche Wege gehen.