Bildungsbericht Ruhr 2024
Frühe Bildung
Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege
Während bisher nur die Gesamtzahl der betreuten Kinder thematisiert wurde, soll nun zwischen Kitas und Kindertagespflege differenziert werden. Der Rechtsanspruch für unter Dreijährige kann durch beide Betreuungsformen erfüllt werden; ab dem Alter von drei Jahren haben Kinder hingegen bis zum Schuleintritt einen Anspruch auf einen Kitaplatz. Von den betreuten Kindern dieser Altersgruppe besuchen demzufolge im Jahr 2023 in der Metropole Ruhr 97,9 % eine Kita (mit einer Variation zwischen 95,1 % in Mülheim an der Ruhr und 99,5 % in Hagen), im Landesdurchschnitt liegt dieser Wert bei 98,6 % (Abbildung 2.14). Gegenüber dem Jahr 2013 waren diese Werte schon bis 2019 leicht gesunken, was mit der angesprochenen Knappheit an Kitaplätzen zusammenhängen dürfte. Dass der Anteil der Kinder ohne Kitaplatz seit 2019 weiter gestiegen ist, der Anteil der Kindertagespflege jedoch nahezu konstant niedrig geblieben ist, deutet darauf hin, dass Kitaplätze in dieser Altersgruppe nicht durch Kindertagespflege substituierbar sind.
Von hoher Bedeutung ist die Kindertagespflege hingegen für die U3-Betreuung. Im Jahr 2023 besuchten in der Metropole Ruhr 61,1 % der betreuten Kinder dieser Altersgruppe eine Kita – gegenüber 66,1 % im Landesdurchschnitt (Abbildung 2.15). Damit ist der Anteil im Ruhrgebiet sowie landesweit im Vergleich zu 2019 geringfügig gesunken (was mit der Entwicklung im Rheinland zu erklären ist; in Westfalen deutet sich eine gegenläufige Entwicklung an). Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen sind nach wie vor erheblich: In Mülheim an der Ruhr hat nur knapp die Hälfte der betreuten unter Dreijährigen einen Platz in einer Kita – mit sinkender Tendenz; in Gelsenkirchen sind es 83,5 %, allerdings mit ebenfalls sinkender Tendenz. Ein Anstieg des Kitaanteils ist nur in Bottrop (+4,4 Prozentpunkte) und in Oberhausen (+2,4 Prozentpunkte) festzustellen.
In den untersuchten Metropolregionen außerhalb von Nordrhein-Westfalen sehen die Strukturen durchweg anders aus. Dort liegt der Anteil der Kitabetreuung zum Teil bei über 90 % (Abbildung 2.16, siehe Seite 58) und ist in einigen Fällen sogar weiter gestiegen – in Berlin bspw. von 90,6 % auf 93,1 %. Ein Absinken ist nur im Saarland (–3,5 Prozentpunkte) und in Stuttgart (–2,1 Prozentpunkte) festzustellen. Inwieweit der relativ hohe und weiter gestiegene Anteil der Kindertagespflege in der Metropole Ruhr den Wünschen der Eltern entspricht oder mit einem Mangel an Kitaplätzen zusammenhängt, ist anhand der Zahlen nicht ersichtlich.