Bildungsbericht Ruhr 2024
Berufliche Bildung
Bildungsbeteiligung – weniger Auszubildende und steigende Zugangsqualifikationen
Die Attraktivität einer dualen Berufsausbildung für sinkt also weiterhin dramatisch, was im Ruhrgebiet zu einem Rückgang um ca. 11.000 Auszubildende (–13,2 %) im vergangenen Jahrzehnt geführt hat. Offenbar gelingt es allerdings zunehmend, Schulabgänger*innen mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen und somit die Bedingungen ihrer Integration und gesellschaftlichen Teilhabe zu verbessern (Abbildung 4.4). So hat sich ihr Anteil von 6,2 % im Jahr 2013 auf 9,5 % im Jahr 2022 erhöht. Schulabgänger* innen
Verglichen mit der Entwicklung in NRW ist der Rückgang im Ruhrgebiet deutlich ausgeprägter als im ganzen Land (Abbildung 4.5), wo die Anzahl dual Auszubildender im letzten Jahrzehnt lediglich um 5,2 % sank.
Dem Nachwuchsmangel in vielen Berufen und Branchen liegt ein deutlicher Rückgang der neu abgeschlossenen dualen Ausbildungsverträge zugrunde, wobei sich diese Entwicklung seit dem letzten Bildungsbericht noch verstärkt hat (Abbildung 4.6) und nicht alle Branchen gleichermaßen betrifft (Abbildung 4.7).
Das schulische Qualifikationsniveau der jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung im dualen System entscheiden, ist im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen (Abbildung 4.8, Tabelle 4.1). Ein Grund dafür liegt sicher auch in der Tatsache, dass trotz eines großen Überhangs an Ausbildungsstellen Bewerber*innen ohne oder mit niedriger Qualifikation immer weniger Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben.
Im Vergleich zu der Entwicklung in NRW vollzog sich dieser Wandel im Ruhrgebiet in abgeschwächter Form, wie die landesweiten Vergleichszahlen zeigen (Abbildung 4.9), hier zeigt sich der Anstieg des schulischen Qualifikationsniveaus noch deutlicher.
Teilweise auffällige Unterschiede offenbaren sich bei der Betrachtung nach Städten und Kreisen in der Metropole Ruhr (Abbildung 4.10), worin sich die jeweiligen Unterschiede in den regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmärkten sowie insgesamt das schulische Bildungsniveau der jeweiligen Region widerspiegeln.
Je höher der Schulabschluss ist, desto größer sind die Chancen und Auswahlmöglichkeiten der am Ausbildungsmarkt. Die gravierendsten Probleme ergeben sich für die jungen Menschen, welche die Schule ohne einen Abschluss verlassen (Dohmen et al., 2023). Um ihre Chancen, aber auch die aller anderen, die zunächst am Zugang zum Ausbildungsmarkt gescheitert sind, zu erhöhen, wurde eine Reihe von Maßnahmen zur berufsvorbereitenden Qualifizierung und beruflichen Grundbildung entwickelt (Kapitel 4.2). Schulabgänger*innen
Der Anteil derjenigen, die eine duale Berufsausbildung im Anschluss an eine berufsqualifizierende Maßnahme
Die Aufschlüsselung der Anteilswerte nach Städten und Kreisen im Ruhrgebiet (Abbildung 4.11) weist ein Spektrum von 3,4 % bis 9,1 % auf und zeigt damit deutliche regionale Unterschiede bei der Nutzung von Maßnahmen, die den Einstieg in eine Ausbildung vorbereiten und erleichtern können.